Hinrichtungsmethoden weltweit
Die Mehrheit der Länder der Welt hat die Todesstrafe abgeschafft. In 112 Ländern wurde sie ganz aus den Gesetzbüchern gestrichen oder wird nicht mehr angewandt. In 83 Ländern werden noch Hinrichtungen vorgenommen.
| Hinrichtungsmethode | praktiziert in |
| Erschießungskommando | 73 Ländern |
| Strang | 57 Ländern |
| Steinigung | 6 Ländern |
| Giftinjektion | 5 Ländern |
| Enthauptung | 3 Ländern |
| elektrischer Stuhl | 1 Land |
| Gaskammer | 1 Land |
| Kreuzigung | 1 Land |
Zahlreiche Länder verfügen über unterschiedliche Hinrichtungsmethoden. Im Iran z.B. werden zum Tode Verurteilte entweder erschossen, erhängt oder gesteinigt. In Saudi Arabien werden Exekutionen durch Enthauptung oder Steinigung durchgeführt. Neben dem Tod durch den Strang, die Steinigung oder das Erschießungskommando, gibt es im Sudan auch noch die Kreuzigung.
Bei der Steinigung werden die Verurteilten entweder bis zur Taille oder bis zu den Schultern in die Erde eingegraben und so lange mit faustgroßen Steinen beworfen, bis der Tod eintritt. Die Steine müssen eine gesetzlich festgelegte Größe haben: Sie müssen groß genug sein, um Verletzungen und Schmerzen zu verursachen, dürfen jedoch nicht zu groß sein, damit sie den Gefangenen nicht gleich töten. Vielfach beteiligen sich Mitbewohner des Dorfes oder der Gemeinde des Verurteilten aktiv an der Steinigung. Da sie öffentlich und im Freien stattfindet, sehen vielfach zahlreiche Schaulustige zu.
Enthauptungen, die heute mit dem Schwert ausgeführt werden und kurz und schmerzlos erscheinen, verursachen nach Ansicht verschiedener Experten erhebliche Qualen des Verurteilten. Die Sauerstoffreserven im Gehirn, das bei der Enthauptung nicht verletzt wird, reichen noch für etwa 10 Sekunden. Drei Minuten später sterben die Großhirnzellen ab und erst nach acht Minuten tritt der Tod ein. Vermutlich dauert es eine gewisse Zeitspanne, bevor der Geköpfte Bewusstsein und Schmerzempfinden verliert. Aus der Geschichte ist bekannt, dass abgeschlagene Köpfe noch Augen und Mund bewegten, auf Zurufe reagierten und sogar Tränen aus den Augen flossen.
©Amnesty International, Ingo Wirth "Todesstrafen – Eine geschichtliche Spurensuche"
Die Todesstrafe weltweit
Im Jahresbericht über die Todesstrafe 2001 gab Amnesty International bekannt, dass sich die Zahl der – bekannt gewordenen – Hinrichtungen weltweit verdoppelt hat. In 31 Ländern wurden mindestens 3.048 Menschen hingerichtet, 2.468 davon allein in China. Nur vier Länder weltweit waren im vergangenen Jahr für 90 % der Hinrichtungen verantwortlich: China, Iran, Saudi Arabien und die USA.
Sudan
Wegen Stammesstreitigkeiten, die 54 Menschenleben forderten, wurden 88 Personen zum Tode durch den Strang oder Kreuzigung verurteilt. Nach Angaben einer Organisation gegen Folter sind zwei der zum Tode Verurteilten erst 14 Jahre alt, 35 Verurteilte wurden gefoltert. (All Africa News)
Saudi Arabien
Hussein Ahmad al-Ramahi, verurteilt wegen bewaffneten Raubüberfalls, wurde mit dem Schwert enthauptet. Das Land, das strikt das islamische Gesetz (Shari'ah) befolgt, hat in diesem Jahr bereits 6 Menschen hingerichtet, im letzten Jahr waren es 113. Die Todesstrafe steht auch auf Mord, Vergewaltigung, Abfall vom Glauben, Drogenhandel und wiederholten Drogenkonsum. (Agence France Presse)
China
Medienberichten zufolge wurden bereits in der ersten Woche des neuen Jahres 2002 mehr als 40 Menschen hingerichtet. Es sei normal, dass keine offiziellen Informationen vorlägen, sagte Amnesty International, dass jedoch auch keine Gerichtsakten existierten, mache die Exekutionen um so besorgniserregender. (One World) Viele Exekutierte werden nach ihrem Tod regelrecht "ausgeschlachtet" und Nieren, Leber, Hornhaut der Augen und andere Körperteile werden für Organtransplantationen – zunehmend auch an US-Bürger – weitergegeben. Exekutierte sind Chinas Hauptquelle für Organe, obwohl nur die allerwenigsten der zum Tode Verurteilten einer Organentnahmen zustimmen. (New York Times)
Pakistan
Ali Sher, 21, wurde im Bezirksgefängnis in Timergarah gehängt, nachdem Präsident Musharraf sein Gnadengesuch ablehnte. Ali war erst 13 Jahre alt, als er ein ebenfalls minderjähriges Mädchen tötete. (Dawn)
Iran
Maryam Ayoubi, 35, beschuldigt, ihren Mann ermordet zu haben, wurde gesteinigt. Eine Steinigung bedeutet einen langsamen, qualvollen Tod. Die Größe der Steine ist gesetzlich festgelegt: sie sind groß genug, um zu verletzen, aber zu klein, um gleich zu töten. Wer es schafft, eine Steinigung zu überleben, erhält 15 Jahre Freiheitsstrafe (Associated Press)
Stand August 2002,Amnesty International, Medienberichte