Es gibt zu meinem Erstaunen recht viele Filme mit dem Hauptthema Todesstrafe. Ich habe mich schon vor einiger Zeit auf einer Seite namens www.tvinfo.de angemeldet. Dort kann man in seinem Account das komplette Fernsehprogramm durchsuchen lassen nach all möglichen Stichwörtern. Diese werden dann als Dauerauftrag gespeichert und man bekommt eine email, wenn in der nächsten Zeit etwas zum Stichwort passendes läuft. Das ist sehr praktisch, da ich so auf viele Filme und Dokumentationen aufmerksam geworden bin, die ich in einer Fernsehzeitung völlig überlesen hätte.
Hier ein paar Serien, Filme oder Dokus, die in nächster Zeit im Fernsehen laufen:
Sa, 03.07. 10:10 - 12:15 Uhr, RTL2: Für das Leben eines Freundes ---> TIPP
So, 04.07. 22:55 - 23:55 Uhr, RTL2: Der Knast - Schwerverbrecher am Limit Folsom Prison | Indiana Staatsgefängnis
Do, 08.07. 22:05 - 23:00 Uhr, N24: Im Todestrakt - Warten auf die Hinrichtung
Fr, 09.07. 17:05 - 18:00 Uhr, N24: Im Todestrakt - Warten auf die Hinrichtung
Do, 15.07. 18:15 - 19:00 Uhr, arte: Unterwegs in Amerika Von Kalifornien nach Texas
So, 18.07. 23:05 - 00:10 Uhr, RTL2: Der Knast - Schwerverbrecher am Limit San Quentin | North Carolina Women's Prison
Do, 22.07. 21:15 - 22:15 Uhr, RTL: CSI: Den Tätern auf der Spur Ein tödlicher Irrtum (The Execution Of Catherine Willows)
So, 25.07. 23:00 - 00:05 Uhr, RTL2: Der Knast - Schwerverbrecher am Limit Iowa State Penitentiary | Kentucky State Penitentiary
Di, 27.07. 21:15 - 22:15 Uhr, RTL: CSI: Miami Henkersmahlzeit (Whacked)
Ich habe hier einfach mal eine Liste sehr guter Filme und Dokumentationen zum Thema Todesstrafe erstellt. Vielleicht läuft ja etwas davon demnächst im Fernsehen oder klingt für euch so interessant, dass ihr ihn euch kauft. Ich kann sie alle nur empfehlen:
Dead man walking
Sechs Jahre sitzt Matthew Poncelet (Sean Penn) schon in der Todeszelle, als er sich angesichts des heranrückenden Hinrichtungstermins an die Nonne Helen Prejean (Susan Sarandon) wendet, damit diese eine erneute gerichtliche Untersuchung erwirkt. Helen nimmt zu ihm Kontakt auf und besucht ihn. Zwischen den beiden entwickelt sich eine immer intensiver werdende Beziehung und Helen versucht zu erreichen, dass das Todesurteil in lebenslange Haft umgeändert wird. Bei ihren Bemühungen lernt sie sowohl die Angehörigen der Opfer als auch die des Täters näher kennen. Dabei werden Menschen gezeigt, die nach Gerechtigkeit verlangen und die Bemühungen der Nonne mit Unverständnis und Ablehnung betrachten, aber auch das Leben der mit dem Täter verbundenen Menschen wird beleuchtet. Poncelet begibt sich auf einen langen, äußerst schmerzhaften Weg der eigenen Wahrheitsfindung, an dessen Ende das Eingeständnis der eigenen Tat steht und quasi im Augenblick des Todes durch die tödliche Injektion die Bitte um Vergebung an die Angehörigen der Opfer ergeht.
Meine Meinung: Ein sehr bewegender Film mit viel Gefühl und Stellen zum Nachdenken. Mein persönlicher Lieblingsfilm aller Zeiten!
Oskar für Hauptdarstellerin Susan Sarandon als beste Schauspielerin.
Der Film basiert auf authentischen Begebenheiten, die die Ordensschwester Helen Prejean in ihrem Buch Dead Man Walking – Sein letzter Gang schildert. Der Film kombiniert zwei wirkliche Straffälle, um einen tiefgreifenderen Handlungsablauf zu erreichen.
Ein wahres Verbrechen
Der Farbige Frank Beachum (Isaiah Washington) wurde zum Tode verurteilt, weil er eine schwangere, weiße Frau erschossen haben soll, doch er hat die ganze Zeit seine Unschuld beteuert. Alle Berufungen und anderen Hürden sind genommen und der Tag seiner Hinrichtung steht bevor. Die Journalistin, die bislang über diesen Fall berichtet hat, ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen und daher übernimmt Steve Everett (Clint Eastwood) den Artikel über Beachums Hinrichtung. Seinem Kollegen Bob (Denis Leary) war von Anfang an mulmig, Everett diese Sache anzuvertrauen, da Everett immer wieder Privatdetektiv spielen muß, und er hatte Recht damit. Kaum wurde ihm das Ruder überlassen, fragt er eine andere Redakteurin aus, forscht in alten Zeitungsberichten und interviewt Leute nochmals. Dabei sollte er nur über die menschliche Seite der Hinrichtung und der Todesstrafe an sich und über die Gefühle des Verurteilten schreiben. Doch bei seinen Nachforschungen entstehen in ihm Zweifel, ob Beachum diese Frau wirklich ermordet hat, oder ob es da doch noch jemanden anderen gab. Ihm bleiben nur noch wenige Stunden.
Meine Meinung: Ein Film, der bis zur letzten Sekunde spannend bleibt und zwischendurch sogar noch einen oder anderen kleinen auflockernden Schmunzler beschert. Sehr gut umgesetzt.
Das Leben des David Gale
Schuldig oder nicht? ... David Gale (Kevin Spacey) ist ein fürsorglicher Vater, angesehener Professor und vehementer Gegner der Todesstrafe. Umso härter spielt ihm das Schicksal mit, als er für den Tod seiner Mitstreiterin Constance Harraway verantwortlich sein soll und deshalb selbst zum Tode verurteilt wird. Kurz vor der Hinrichtung bekommt die Journalistin Bitsey Bloom (Kate Winslet) die Chance für ein Exklusiv-Interview mit dem Todeskandidaten. Ziemlich schnell bemerkt sie bei ihren Recherchen, dass Gale fälschlicherweise des Verbrechens beschuldigt wird. Für beide beginnt ein verzweifelter Wettlauf gegen die Zeit.
Meine Meinung: Ein spannender Film, bei dem man es kaum erwarten kann, die Wahrheit über den Mord zu erfahren. Vor allem am Ende steigt die Spannung stark an. Guter Film.
So, 10.01. 20:15 - 22:35 Uhr, RTL2: Das Leben des David Gale
The Green Mile
Man schreibt das Jahr 1935, Zeit der großen Depression. Paul Edgecomb (Tom Hanks) ist Leiter der Wachabteilung des Todestraktes in einem Gefängnis in Louisiana. Die dort einsitzenden Häftlinge werden früher oder später die 'grüne Meile' hinuntergehen, den mit blassgrünem Linoleum ausgelegten Flur, an dessen Ende der elektrische Stuhl wartet. Alles ändert sich mit dem Tag, an dem ein neuer Gefangener den Zellentrakt betritt: John Coffey (Michael Clarke Duncan), ein riesenhafter Schwarzer, rechtskräftig verurteilt für den Mord an zwei neunjährigen Schwestern, die man tot in seinen Armen fand. Sein Verhalten steht in völligem Widerspruch zu einer äußeren Erscheinung. Eines Tages erlebt der aufrichtige Paul Edgecomb am eigenen Leib, dass Coffey eine übernatürliche Gabe zu besitzen scheint. Er beginnt sich zu fragen, ob der Mann, zu dem er eine immer engere Bindung aufbaut, wirklich der wahre Schuldige am Tod der Kinder ist.
Meine Meinung: Ein Film voller Mitgefühl, Hoffen und Bangen um den armen John Coffey. Zum heulen schön, denn Frendschaft ist das Wichtigste im Leben. Einfach wunderbar.
Die Kammer
Adam Hall (Chris O'Donnel), ein junger aufstrebender Anwalt, übernimmt den Fall des Sam Cayhall (Gene Hackman). Dieser wurde wegen eines Bombenanschlags auf eine jüdische Anwaltskanzlei, bei dem zwei Kinder ums Leben kommen und deren Vater schwer verletzt wird, zum Tode verurteilt und wartet im Hochsicherheitstrakt auf seine Hinrichtung in der Gaskammer.
Adam hat nur wenig Zeit um den Mann zu retten, der für ihn viel mehr ist als ein Mandant, nämlich sein Großvater. Da der Rassist Cayhall, ein Mitglied des Ku-Klux-Klan in vierter Generation, die Liberalität seines Enkels verachtet und daher jegliche Hilfe verweigert, wird Hall die Verteidigung bis zur Unmöglichkeit erschwert. Cayhall war bei dem Anschlag nur Komplize und hatte nicht die Absicht, Menschen zu Schaden kommen zu lassen, weigert sich aber seinen Mittäter preiszugeben.
Dem ersten Anwalt, der ihn in dieser Sache vertrat, gelang es durch Verschleppung des Prozesses und die Auswahl weißer, dem Angeklagten potentiell wohlgesinnter Geschworener, anfangs eine Verurteilung zu vermeiden. Erst im dritten Prozess, den der profilierungssüchtige Staatsanwalt David McAllister vorantrieb, wurde Cayhall verurteilt. Nach Ablehnung aller Berufungen ist Cayhall mittlerweile ein alter Mann. Der damalige Staatsanwalt McAllister brachte es in dieser Zeit zum Gouverneur und ist daher derjenige, der eine Begnadigung gewähren könnte.
Während Adam verzweifelte juristische Versuche unternimmt, die Hinrichtung noch abzuwenden, muss er sich gleichzeitig mit seiner Familiengeschichte auseinandersetzen.
Meine Meinung: Wer lieber liest sollte sich unbedingt zuerst das Buch in die Hände nehmen, da über ein drittel der Handlung nicht im Film vorkommt, was diesen aber nicht weniger interessant werden lässt. Er ist sehr gut gemacht und wie auch die anderen sehr spannend, nur das Buch liefert noch mehr Hintergrundwissen, was ich persönlich noch spannender finde. Wie die anderen, ein super Film.
Citizen Verdict
Der bekannte TV-Produzent Marty Rockman (Jerry Springer) hat ein Konzept für eine neue Show: "Citizen Verdict". Jede Woche wird einem Verbrecher live im Fernsehen der Prozess gemacht... Und die Zuschauer sind die Richter. Wird jemand zum Tode verurteilt, so wird die Hinrichtung ebenfalls live ausgestrahlt. Doch schon beim ersten Kandidaten ist der Fall nicht so klar, wie es scheint. Wird ein Unschuldiger hingerichtet?
Meine Meinung: Ich habe den Film zufällig im Laden entdeckt ohne jemals vorher von ihm gehört zu haben, ganz im Gegenteil zu meinen anderen Filmen. Das finde ich sehr schade, denn der Film ist wirklich gelungen und stellt die Entwicklung der Fernsehmanipulation wie natürlich auch die Todesstrafe und ihre Ausmaße gekonnt in Frage. Ein guter Film zum immer wieder heiß diskutierten Thema Todesstrafe.
Das Lazarus-Projekt
Seine Bewährungszeit fast hinter sich gebracht, kann Ben (Paul Walker) gar nicht glauben, wie viel Glück er hat und erkennt, dass er dankbar sein sollte für seine schöne Frau (Piper Perabo), ein wundervolles, kleines Mädchen und ein geregeltes Einkommen. Als er unerwartet seinen Job verliert, gerät er wieder auf die schiefe Bahn und dreht ein Ding – mit fatalen Folgen. Der Überfall geht tödlich aus und Ben selbst wird zum Tode verurteilt. Anstatt sich danach jedoch im Jenseits zu befinden, wacht Ben in einer psychiatrischen Klinik wieder auf. In seinem traumatisierten Zustand stellt er sich immer wieder die gleiche Frage: Warum bekomme ich eine zweite Chance?
Völlig verzweifelt macht sich Ben auf den Weg herauszufinden, ob er dem Tod wirklich entkommen ist…Seine Bewährungszeit fast hinter sich gebracht, kann Ben (Paul Walker) gar nicht glauben, wie viel Glück er hat und erkennt, dass er dankbar sein sollte für seine schöne Frau (Piper Perabo), ein wundervolles, kleines Mädchen und ein geregeltes Einkommen. Als er unerwartet seinen Job verliert, gerät er wieder auf die schiefe Bahn und dreht ein Ding – mit fatalen Folgen. Der Überfall geht tödlich aus und Ben selbst wird zum Tode verurteilt. Anstatt sich danach jedoch im Jenseits zu befinden, wacht Ben in einer psychiatrischen Klinik wieder auf. In seinem traumatisierten Zustand stellt er sich immer wieder die gleiche Frage: Warum bekomme ich eine zweite Chance?
Völlig verzweifelt macht sich Ben auf den Weg herauszufinden, ob er dem Tod wirklich entkommen ist…
Meine Meinung: Ich finde die Idee des Filmes gar nicht schlecht. Sie ähnelt meiner Meinung nach der von dem Film "Control", den cih hier nicht aufgeführt habe, da ich fand, es ginge nicht direkt um das Thema Todesstrafe sondern vielmehr um die Thematik "Serienkiller". Dieser Film ist mehr auf die Todesstrafe direkt ausgerichtet, nur finde ich ihn nicht allzu gut umgesetzt. Die Beschreibung "Thriller" ist eher eine Fehlbezeichnung, denn wirklich Spanung kommt nicht auf. Vielmehr ein Rätselraten, das aber auch sehr schnell aufgelöst und gelöst scheint. Die Spannungskurve des Filmes ist nicht wirklich überzeugend aber die Filmidee gut, ebenso wie Schauspieler Paul Walker. Also: Ansehen und eigene Meinung bilden.
Monster's ball
Hank Grotowski leitet die Hinrichtungen in einem Strafgefängnis in den US-Südstaaten, genauso wie sein Vater Buck das früher getan hat. Auch sein Sohn Sonny lernt das gleiche Handwerk im selben Gefängnis und soll später in die Fußstapfen des Vaters treten. Sonny leidet jedoch unter dem freudlosen, von Pflichterfüllung, Macho-Haltung und Rassismus geprägten Lebensstil seines Großvaters und Vaters. Der Todeskandidat Lawrence Musgrove sitzt seit 11 Jahren in der Todeszelle und erhält nur selten Besuch von seiner Frau Leticia und seinem Sohn Tyrell. Seine Hinrichtung steht an, bei der Sonny, für den es die erste ist, dem psychischen Druck seiner Arbeit nicht stand und bricht beim letzten Gang des Häftlings zusammen. Eine heftige Auseinandersetzung zwischen dem pedantischen Hank und seinem sensiblen Sohn ist die Folge. Bei seinem Vater in Ungnade gefallen, erschießt sich Sonny vor den Augen Hanks.
Hank beginnt nach diesem Schicksalsschlag sein Leben neu zu ordnen. Er gibt seinen Beruf als Henker auf und kauft eine Tankstelle. Leticia, in Trauer um ihren Mann und in Sorge um ihren fettleibigen Sohn, verliert ihre Stelle und wird Bedienung in Hanks Stammlokal, wo sie sich kennenlernen. Dort begegnen sie sich öfters, und es entsteht eine zärtliche Liebe zwischen den beiden, zunächst gespeist von der Gemeinsamkeit verstörender Lebenserfahrungen und dem Gefühl, als Eltern versagt zu haben. Jedoch steht der jungen Liebe Hanks rassistischer Vater Buck im Weg, sowie der Umstand, dass Hanks letzter Häftling, den er auf den elektrischen Stuhl begleitete, Leticias Ehemann Lawrence war.
Meine Meinung: Wunderbare Schauspieler, die die Stimmung des Filmes und somit die Lage der Hauptdarsteller glaubwürdig rüberbringen. Leider kommt für mich das eigentliche Problemthema des Films zu wenig zur Geltung. Erst in den letzten Minuten, und zwar wirklich die allerletzten, erfährt Leticia von Hanks Vergangenheit. Für mich wäre es wichtig gewesen, dass dieser Konflikt noch einen wichtigeren Stelkenwert im FIlm erhalten hätte. Ansonsten ein sehr sehensweter Film.
Dokumetationen
Die Wissenschaft des Tötens
135 Staaten haben die Todesstrafe mittlerweile abgeschafft - aber 62 Nationen halten weiterhin daran fest. Nach einer Serie von Zwischenfällen bei Exekutionen mit entsetzlichen Folgen wird der Ruf nach Abschaffung der Todesstrafe immer lauter. Nur in einem sind sich auf den ersten Blick fast alle Gegner und Befürworter einig: wenn schon Todesstrafe, dann wenigstens so 'human' wie möglich. Der Ex-Politiker Michael Portillo begibt sich auf eine Mission, die 'perfekte' Hinrichtungsmethode wissenschaftlich zu erforschen - und entlarvt dabei die wahren Motive der Befürworter...
Michael Portillo hat in seiner Karriere schon vieles erlebt. Doch für diesen Film ging der Ex-Politiker für die britischen Konservativen an seine Grenzen. Portillo reiste durch die USA, um sämtliche zurzeit angewendeten Hinrichtungsmethoden unter die Lupe zu nehmen und sich selbst ein Bild über die Situation zu machen. Aber gibt es überhaupt eine schmerzfreie Exekutionsmethode? Um diese Frage zu beantworten, trifft Portillo jene Menschen, deren Geschäft oder Beruf unmittelbar mit dem Tod zu tun hat: Pensionierte Henker, Biochemiker und Toxikologen, den Erfinder der Giftspritze, Traumatologen sowie Zeugen misslungener Hinrichtungen stehen ihm Rede und Antwort.
Doch Michael Portillo geht noch weiter: In außergewöhnlichen Experimenten mit Crashtest-Dummies stellt sich heraus, was bei der Methode des Erhängens alles schiefgehen kann, warum die als 'human' eingestufte Exekution durch die Giftspritze oft schreckliche Folgen hat und Portillo erfährt im gefährlichen Selbstversuch mit anderen Freiwilligen am eigenen Leib, welche Symptome das tödliche Giftgas in den US-Gaskammern Sekunden nach dem Einatmen verursacht.
Neben der Erforschung der Methoden und der Geschichte der Exekutionsarten unternimmt Michael Portillo auch noch eigene Recherchen auf der Suche nach einer effektiveren und schmerzfreien Tötungsmethode, die es den Delinquenten leichter machen soll, aus dem Leben zu scheiden. Dabei trifft er auf Wissenschaftler, die Alternativen entdeckt haben - und auch in diesen Fällen testet Portillo die Methoden selbst.
Die deutsche Erstausstrahlung der BBC Exklusiv-Dokumentation 'Die Wissenschaft des Tötens' ist eine subtile Gratwanderung zu einem sehr sensiblen Thema. Die Annäherung über die wissenschaftliche Ebene veranschaulicht mindestens ebenso deutlich wie kontrovers, wie wichtig die Debatte über die Todesstrafe ist. Ein sichtlich bewegter Michael Portillo führt den Zuschauer durch sämtliche Institutionen der Tötungsmaschinerie der USA und entlarvt mit seiner Mission am Ende die Perversion des gesamten Systems der Todesstrafe.
Todesstrafe für eine Lüge
Im Oktober 1987 wird in Miami die deutsche Touristin Kersten Kischnick erschossen. Ihr Freund Dieter Riechmann wird verhaftet, obwohl er beharrlich seine Unschuld beteuert und von einem Überfall spricht. Die Ermittler haben weder Tatzeugen, Tatwaffe noch einen Tatort. Trotzdem wird Riechmann 1988 in einem Indizienprozess wegen Mordes zum Tode verurteilt.
Seit 1997 durchforscht der Journalist und Dokumentarfilmer Peter F. Müller tausende Seiten von Prozess- und Ermittlungsakten, sucht Zeugen und lässt die forensischen Gutachten von unabhängigen Experten prüfen. Er kommt zu der Erkenntnis, dass Dieter Riechmann seine Freundin tatsächlich nicht ermordet haben kann. Ein ehemaliger Kronzeuge der Anklage hat zugegeben, dass seine damalige belastende Aussage von der Staatsanwaltschaft gekauft wurde, ein anderer Zeuge des Mordes hat Dieter Riechmanns Version vom Tathergang bestätigt. Daraufhin gab das Bezirksgericht von Miami dem Antrag von Riechmanns Anwälten auf ein neues Beweisaufnahmeverfahren statt. Die Recherchen enthüllten eine endlose Reihe skandalöser Vorgänge bei den Ermittlungen und während des Prozesses. Offensichtlich schreckten Polizei und Staatsanwaltschaft nicht vor Manipulationen und Täuschungen und sogar Meineiden zurück. Genau das sollten Dieter Riechmann und seine Anwälte jetzt noch einmal erleben. Den neuen Staatsanwälten ist nur eines wichtig: Sie kämpfen für die Aufrechterhaltung des Todesurteils um jeden Preis. Trotz neuer Zeugen, trotz des Nachweises der Verteidigung, dass die damaligen Staatsanwälte ihren Kronzeugen mit Vergünstigungen und dem Versprechen vorzeitiger Haftentlassung gekauft haben, wird es nach dem Urteil des Richters vorerst keinen neuen Prozess für Dieter Riechmann geben. Doch die Dokumentation dieser dunklen Seite des Rechtssystems in den USA ist nur ein Teil der tragischen Geschichte. Müllers weitere Recherchen haben dem Fall Riechmann eine dramatische Wende gegeben: Dieter Riechmann hat zwar seine Freundin nicht ermordet, aber es war kein Zufall, dass sich das Paar in dieser dunklen Gegend Miamis befand, als Kersten Kischnick erschossen wurde. Und darüber hat Dieter Riechmann nie die Wahrheit gesagt.
Meine Meinung: Sehr sachlich und ein gutes Beispiel für die gnadenlose, nicht aufzuhaltende US Justiz. Obwohl die Unschuld von Dieter fast lückenlos bewiesen werden konnte, gibt es kein neues Verfahren für ihn. Schaut euch die Sendung an und ihr seht klarer.
Ein Tod in Texas - Die Hinrichtung von Frances Newton
War sie schuldig oder unschuldig? Zweifel sind angebracht, die Verhandlung vor 18 Jahren war eine Farce. Frances Newton hatte die Tat bis zuletzt geleugnet. Aber nicht diese Frage steht im Zentrum des Films, sondern die Chronologie der Hinrichtung selbst.
"Es ist soweit" - das sind die letzten Worte, die die zum Tode Verurteilten im Hinrichtungsraum von Huntsville hören. Der Satz des Oberaufsehers ist das Signal für die erste von drei Spritzen, für die Delinquenten ist es der Abschied von dieser Welt. Wenige Tage zuvor hat ein WDR-Team die Todeskandidatin besucht - Frances Newton, eine freundliche Afroamerikanerin. In ihrem letzten Interview spricht sie über den Mord, der ihr zur Last gelegt wird.
18 Uhr, die Hinrichtungsmaschinerie läuft an. Die "Frances! Frances!"-Rufe der wenigen Demonstranten werden leiser, die Reporter stellen sich für ihren Aufsager vor die Kameras. Dann meldet die Justizsprecherin den erfolgreichen Abschluss der heutigen Hinrichtung, die dreizehnte in diesem Jahr. Keine besonderen Vorkommnisse. "Frau Newton hat auf die ihr zustehende letzte Mahlzeit verzichtet und auch ihr letztes Statement nicht in Anspruch genommen". Nur zu ihrer Familie im Zuschauerraum hat sie mit den Lippen lautlos eine Nachricht geformt: "I love you". Das ist um 18.07 Uhr, 9 Minuten später wird ordnungsgemäß der Tod festgestellt.
Wohldurchdachte und perfekt geplant ist der Ablauf, nach dem Frances Newton auf staatliche Anordnung vom Leben zum Tode befördert wird. Die Routine des Tötens ist banal und aufwühlend zugleich - bis hin zur Plastikblume auf dem Besuchertisch und dem Kleenex-Spender für die letzten Tränen.
Zum Tode verurteilt - Ein Verstoß gegen die Menschenrechte
Wegen Mordes sitzen Thomas Miller-El und Monty Delk im Todestrakt von South Livingston im US-Staat Texas. Ihre Hinrichtungstermine sind zum Zeitpunkt der Dreharbeiten im Frühjahr 2002 für die folgenden Wochen angekündigt. Thomas Miller-El hatte bereits zehn Hinrichtungstermine, die immer wieder in letzter Minute ausgesetzt wurden. Die Verurteilung von Monty Delk ist umstritten, denn der Häftling ist offensichtlich geistig verwirrt. Eine ärztliche Untersuchung fand jedoch nie statt.
In der Reportage 'Zum Tode verurteilt' beleuchtet Gunther Franke die Situation von Häftlingen in der Todeszelle und die Hinrichtung als Mittel der Strafverfolgung in den USA. Vor dem Hintergrund der auch in Amerika von christlichen Initiativen und internationalen Menschenrechtsorganisationen geführten Diskussion um die Abschaffung der Todesstrafe, begleitet der Autor engagierte Menschen bei ihrem Versuch, angesetzte Exekutionen in Texas zu verhindern. Dabei geht es ihnen gleichzeitig um mehr: Die Todesstrafe als Mittel der Strafjustiz soll weltweit geächtet werden. Die Organisationen setzen sich in allen Staaten, in denen Menschen immer noch zum Tode verurteilt werden, für ein Ende der Hinrichtungen und eine völlige Abschaffung dieser Strafe ein.
Unschuldig im Todestrakt - Juan Meldendez über seine Erlebnisse
Juan Roberto Melendez-Colon war unschuldig zum Tode verurteilt und ist seit seiner Freilassung Aktivist gegen die Todesstrafe.
1984 wurde er in Pennsylvania für den Mord an Delbert Baker verhaftet und zum Tode verurteilt. Mehr als 17 Jahre saß er im Todestrakt von Florida ein. Ende 2000 tauchte ein Band mit dem Geständnis des wahren Mörders auf. Am 3. Januar 2002 wurde er als unschuldig aus dem Gefängnis entlassen.
Seine Erfahrungen im Todestrakt teilt er seither anderen Menschen in Vorträgen mit, von denen er zahlreiche in den USA und Europa gehalten hat.
2007 war er auf Deutschlandtour: http://www.juan-melendez-tour.de/daten.html
Außerdem gründete er die Organisation Juan Melendez Voices United for Justice Project.
Iran, Galgen für eine 16-jährige - Warum Atefeh hingerichtet wurde
Tod durch Erhängen lautete das Urteil gegen die 16jährge Atefeh R. Ihr wurde 'unkeusches Verhalten' vorgeworfen. Der Richter hatte dem Teenager den Strick eigenhändig umgelegt. Die Bevölkerung der nordiranischen Stadt Neka durfte zuschauen. Der Film rekonstruiert die aufwühlende Geschichte eines ungewöhnlichen Teenagers.
Atefeh war die Tochter eines Drogenabhängigen, Halbwaise und von den Großeltern mehr schlecht als recht betreut. Eine Streunerin, die sich in der Kleinstadt freier gab als andere Mädchen in ihrem Alter. Das wurde ihr zum Verhängnis. Bereits mit 13 Jahren geriet sie in die Fänge der islamischen 'Moral-Polizei'. Im Namen Gottes wurde sie verprügelt und eingesperrt - wie es die strengen Scharia-Regeln bestimmen. Weil andere Teenager abgeschreckt werden sollten, wurde sie schließlich in einem unrechtmäßigen Verfahren zum Tode verurteilt. An einem Sommermorgen wurde Atefeh dann in aller Öffentlichkeit erhängt.
Ihre Geburtsurkunde, so die späteren Recherchen von Menschenrechtlern und Journalisten, war gefälscht worden. Denn auch der Gottesstaat Iran hat die UN-Kinderkonvention unterzeichnet, wonach Minderjährige nicht hingerichtet werden dürfen.
Wenn der Vater in der Todeszelle sitzt - Kinder von Strafgefangenen in China
Ihre Väter oder Mütter sind zum Tode verurteilt oder schon hingerichtet. Sie sitzen in Gefängnissen, verteilt über ganz China. In keinem Land der Welt werden laut amnesty international pro Kopf der Bevölkerung mehr Todesurteile gefällt. Um die Kinder der Verurteilten kümmert sich niemand - weder der Staat noch die Verwandten. Kinder von Straftätern gelten als nicht förderungswürdig, sind stigmatisiert. Gewöhnliche Waisenhäuser nehmen diese Kinder nicht auf, denn der Sippenhaftgedanke ist auch im modernen China immer noch fest verankert. Und so leben viele dieser Kinder auf der Straße, müssen arbeiten, können nicht in die Schule gehen. Manche werden an Bettlerringe verkauft, einige sind auch schon an Hunger und Entkräftung gestorben. Die unschuldigen Kleinen würden oft elend zugrunde gehen, gäbe es nicht Frau Zhang. In der Nähe von Peking hat sie ein Dorf für diese Kinder gegründet, das sie mit ungeheurem persönlichen Engagement und ausschließlich mit Spenden betreibt. Mehr als 100 Kinder leben schon dort, haben ein neues Zuhause gefunden.
Ariane Reimers hat diese ungewöhnliche Frau begleitet, im Alltag mit den Kindern im Dorf, aber auch beim Besuch chinesischer Gefängnisse.
Dokumentation über den elektrischen Stuhl
Jemand hat mich auf eine Internetseite hingewiesen, auf der man sich eine vierteilige Dokumentation über den eletrischen Stuhl runterladen kann. Wer interessiert ist, findet die Downloadlinks hier